Häufige Fehler in der Aquaristik und wie du sie vermeidest
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- Die häufigsten Fehler
Die häufigsten Fehler
Fehler passieren, vor allem wenn man etwas Neues beginnt, und somit sind sie eigentlich eine Möglichkeit zu lernen und sich zu verbessern - allerdings sind in der Aquaristik leider immer auch Lebewesen von unseren Fehlern betroffen, deshalb sollte man sie dennoch so gut wie möglich vermeiden. Hier zeigen wir dir die häufigsten Aquarium Anfängerfehler und wie du sie vermeiden kannst: Lernen aus den Fehlern anderer!
Überbesatz
Eine zu große Zahl von Fischen im Aquarium kann zu Stress führen. Stress macht krank, das gilt auch für Aquarium Fische. Viele Fische fressen viel Futter, und das führt zu höheren Ausscheidungen - was wiederum zu einer Überlastung des Filters führen kann. Dadurch erhöhen sich die Schadstoffanteile im Wasser - insbesondere der Nitratwert (NO3) steigt dann in ungeahnte Höhen. Anstatt der empfohlenen 20 bis 25 mg/l NO3 haben wir dann unter Umständen weit über 100 mg/l Nitrat im Aquarium Wasser. Zwar ist Nitrat an sich für Fische nicht giftig, jedoch kann es bei Garnelen für Häutungsprobleme sorgen.
Auch andere Stoffe wie Ammonium NH4, aus dem in Abhängigkeit vom pH Wert das hoch giftige Ammoniak NH3 entstehen kann, oder auch Nitrit (NO2) können sich bei einem überlasteten Filter im Aquarium ansammeln und dann zu heftigen Problemen bei den Fischen führen. Ein zu hoher Nitritwert führt beispielsweise dazu, dass die Fische japsend an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen, weil Nitrit die Sauerstoffaufnahme in ihren Kiemen hemmt.
Eine Ammoniakvergiftung führt zu Schreckhaftigkeit und ebenfalls zu Atemproblemen. Bei größeren Konzentrationen über 0,2 mg/l NH3 kommt es zu Taumeln und sogar zu Todesfällen bei den Aquarium Fischen.
Im Garnelenaquarium ist ein Überbesatz eher unwahrscheinlich, weil die Garnelen ihre Vermehrung einstellen, sobald ihre Populationsdichte die Grenzen des Aquariums erreicht hat - Futterangebot und Wasserqualität bestimmen bei den Wirbellosen die Fortpflanzungsrate. Außerdem läuft ihr Stoffwechsel langsamer und sie nehmen deutlich weniger Nahrung auf als Fische, sodass ein Überbesatz mit Überlastung des Filters im Garnelen Aquarium als äußerst unwahrscheinlich gilt.
Abhilfe bei Überbesatz
Wenn du feststellst, dass dein Aquarium zu stark mit Fischen besetzt ist, musst du wohl oder übel welche abgeben. Bei sich stark vermehrenden Arten wie Guppys oder Platys kann es helfen, eine reine Männchengruppe im Aquarium zu halten oder bei einer Geschlechter gemischten Gruppe Fressfeinde ins Aquarium zu packen, die sich um den überschüssigen Guppy Nachwuchs kümmern. Neonsalmler sind beispielsweise ein beliebter Beifisch, der dafür sorgen kann, dass die Guppy Population nicht überhand nimmt und zu einem Überbesatz führt.

Falsch zusammengesetzter Besatz
Eine Kombination von Aquarium Fischen, die nicht zusammenpasst, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse haben, von der Größe stark abweichen oder Verhaltensweisen zeigen, die nicht zu den anderen Aquarium Fischen passen, kann zu Konflikten und Stress führen und dadurch zu Krankheiten und eventuell sogar zum Tod. Das Paradebeispiel wäre ein Betta splendens Kampffisch, der mit langflossigen Guppys vergesellschaftet wird und in diesen beständig Konkurrenten sieht und sie angreift. Das führt nicht nur zu Verletzungen und Stress bei den Guppys, sondern durch den Dauerstress auch zu Krankheit und frühzeitigem Tod beim Betta.
Auch Flossen zupfende Guppys passen beispielsweise nicht zu Fadenfischen oder anderen Fischen mit langen Flossen. Ebenso passen sehr neugierige, ruppige und lebhafte Fische wie Fünfgürtelbarben nicht zu zurückhaltenden, schüchternen Fischen wie dem Zwergfadenfisch. Auch territoriale Fische wie Bettas zusammen zu pflegen kann nach hinten losgehen.
Abhilfe bei falsch zusammengesetztem Besatz
Bei einem Fehlbesatz kannst du eigentlich auch nur die nicht passenden Fische abgeben - oder du spendierst ihnen ein eigenes Aquarium in passender Größe.

Unzureichend dimensionierter Filter
Ist der Filter zu klein für das Aquarium oder nicht leistungsstark genug, verschlechtert sich oft die Wasserqualität. Das wiederum kann zu Stress bei Fischen und Garnelen führen, der wiederum Krankheiten bei deinen Aquarium Tieren verursachen kann.
Dein Aquarium Filter sollte das Wasser im Aquarium mindestens zwei bis drei Mal pro Stunde umwälzen. Was bedeutet das?
Nehmen wir an, dein Aquarium hat 80 Liter. Dein Filter sollte also mindestens eine Fördermenge von 160 bis 240 Liter pro Stunde haben. So läuft jeder Liter Wasser zwei- bis dreimal in der Stunde durch den Filter und wird dort gereinigt.
Im Garnelenaquarium ist eine etwas geringere Förderleistung von 2 mal pro Stunde auch noch okay, in einem Aquarium mit Fischen sollte je nach Besatzstärke sogar ein noch etwas stärkerer Filter gewählt werden.
Achtung: Auch ursprünglich ausreichend dimensionierte Filter können über die Jahre an Leistung verlieren! Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du deinen Filter auslitern: Dazu misst du die Zeit, die der Filterauslass braucht, um ein Gefäß mit 1 Liter Fassungsvermögen zu füllen, und rechnest diesen Wert auf eine Stunde hoch.
Beispiel: Dein Filter füllt deinen Messbecher in 10 Sekunden mit einem Liter Wasser. Das bedeutet, dass er in einer Stunde 360 Liter Wasser pumpt. Dieser Filter wäre für ein Aquarium mit 120 Litern also perfekt.
Abhilfe bei unzureichend dimensioniertem Filter
Ist dein Filter über die Zeit schwächer geworden, solltest du ihn gründlich reinigen. Dazu spülst du die Filtermedien mit kaltem Wasser aus, bis sie einigermaßen sauber sind und kein braunes Wasser mehr herausläuft.
Vergiss nicht, den Filterkopf abzunehmen und das Filterrad und die Achse des Filterrads ebenfalls zu säubern, und kümmere dich auch um den Wasserauslass, der manchmal mit Schmodder zugesetzt sein kann!
Bei einem Außenfilter solltest du zudem mit einer langen Schlauchbürste die Filterschläuche säubern. Sie setzen sich ebenfalls mit der Zeit mit Mulm und Bakterienbelägen zu, was den Wasserdurchfluss empfindlich verringern kann.
Ist dein Filter von vornherein zu klein dimensioniert gewesen: Wähle einen Aquarium Filter aus, der von seiner Leistung her zu deinem Aquarium Volumen passt. Beim Filtertausch übernimmst du möglichst die Filtermedien des bereits am Aquarium laufenden Filters, damit ausreichend Filterbakterien ihre Arbeit weiterhin machen können. Den alten Filter abklemmen und den neuen ohne Animpfen einfach dranhängen führt fast unweigerlich zu einem Nitritpeak - das Aquarium müsste so neu einfahren. Schwierig, wenn es bereits besetzt ist!

Nicht die richtige Aquarium Temperatur
Ist die Wassertemperatur im Aquarium zu niedrig oder zu hoch, kommt es bei deinen Fischen und Wirbellosen ebenfalls zu Stress, zu Krankheiten und eventuell sogar zum Tod. Überprüfe bei Anzeichen für Probleme daher die Aquarium Temperatur und vergleiche sie mit den Bedürfnissen deiner Aquarium Fische und Aquarium Wirbellosen. Ein Aquarium Thermometer hilft dir bei der Bestimmung der Aquarium Temperatur.
Ist es zu kalt, werden deine Wirbellosen und deine Fische als kaltblütige Tiere langsam und träge. Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich, sie können krank werden und sogar sterben.
Ist es dagegen im Aquarium zu warm, kann es passieren, dass der Sauerstoffgehalt im Aquarium Wasser zu stark sinkt und die Tiere buchstäblich ersticken. Vor allem in Garnelen Aquarien sind zu hohe Sommertemperaturen ein ernstes Problem.
Abhilfe bei falschen Aquarium Temperaturen
Zu warme Temperaturen vor allem im Sommer bekämpfst du mit einem Aquarium Kühler. Außerdem kann es bei warmen Temperaturen helfen, den Sauerstoffgehalt im Aquarium mit einem Sprudelstein samt Luftpumpe zu erhöhen. Gegen zu kühle Temperaturen hilft dir ein passend für deine Aquarium Größe dimensionierter Heizstab.

Mangelnde Pflanzenpflege im Aquarium
Absterbende Aquarium Pflanzen können ordentlich die Wasserqualität verschlechtern. Die Abfallstoffe aus dem verrottenden Wasserpflanzen Material können zu einer Bakterienblüte führen und zu Sauerstoffmangel im Aquarium. Auch produzieren absterbende Aquarium Pflanzen natürlich keinen Sauerstoff mehr, und sie verbrauchen keine Nährstoffe wie Nitrat (NO3) und Phosphat (PO4).
Abhilfe bei mangelnder Pflanzenpflege im Aquarium
Achte darauf, dass deine Aquarium Pflanzen zu deinem Aquarium passen: Die Wasserhärte, die Lichtstärke und die Aquarium Temperatur müssen zu den Ansprüchen der Pflanzen passen. Des weiteren ist noch wichtig, ob du eine CO2 Düngung am Aquarium betreibst oder nicht und ob du regelmäßig mit Aquarium Dünger düngst. Nach deinen Parametern wählst du die Pflanzen passend aus.
Düngung und CO2 sind für deine Aquarium Pflanzen sehr wichtig. Ein Wassertestkoffer gibt dir Auskunft, welche Nährstoffe in deinem Aquarium nicht in ausreichender Menge vorliegen, sodass du deine Aquarium Pflanzen ganz gezielt düngen kannst - für gutes Wachstum und effektive Wasserreinigung!

Unregelmäßige Pflege des Aquariums
Wird das Aquarium nicht regelmäßig gepflegt, kann sich die Wasserqualität verschlechtern und die organische Belastung zunehmen. Es kann zu Nährstofflücken oder zu Nährstoffspitzen kommen, und die Bakteriendichte im Aquarium Wasser kann mit der zunehmenden organischen Belastung stark ansteigen. Auch kann das Wasser in einem Aquarium, in dem immer nur das verdunstete Wasser aufgefüllt wird, mit der Zeit hart wie Beton werden.
Das alles kann die Gesundheit deiner Fische und Wirbellosen beeinträchtigen und zu Stress und Krankheiten, bei Garnelen zu Häutungsproblemen und damit sogar zum Tod führen.
Abhilfe bei unregelmäßiger Pflege des Aquariums
Mach jede Woche oder bei ausreichend großen Aquarien alle zwei Wochen einen Wasserwechsel zwischen 10 und 50 %. Insbesondere wenn du aktiv düngst, ist das sehr wichtig, damit sich keine Nährstoffspitzen bilden, die Algenplagen verursachen können oder die Keimdichte im Aquarium Wasser hochtreiben. Sauge regelmäßig mit einer Mulmglocke den Bodengrund ab, um versickerte Futterreste und andere organische Kleinabfälle zu entsorgen. Bei der Gelegenheit schneidest du dann auch noch gleich die Pflanzen zurück und putzt die Aquarium Scheiben - dann sieht alles wieder schick aus und deine Fische und Garnelen, Schnecken und anderen Aquarium Wirbellosen haben ein schönes Zuhause.

Überfütterung
Ein Aquarium Futter kann noch so gut sein, was zu viel ist, ist zu viel. Ein Übermaß an nicht gefressenes Fischfutter oder Garnelenfutter kann im Aquarium allerhand Ärger machen: es kann Schneckenplagen und Algenplagen verursachen und sogar die Bakteriendichte im Aquarium Wasser hochtreiben und eine Bakterienblüte verursachen, sodass deine Fische und Garnelen sogar krank werden und sterben können.
Abhilfe bei Überfütterung
Füttere immer nur so viel, wie deine Fische, Aquarium Schnecken und Garnelen innerhalb von wenigen Minuten bewältigen können, und sauge mit deiner Mulmglocke überschüssige Reste vom Aquarium Boden ab. Bei trübem Wasser machst du zudem noch einen großen Wasserwechsel von 50 bis 80 %.

Das Aquarium ist zu klein
Ist das Aquarium zu klein für die Größe der Fische, kann dies zu Stress, zu Krankheiten und auch zu einer Überlastung des Aquarium Filters führen. Häufig kauft man junge Fische in der Zoohandlung, die noch ordentlich wachsen, und manchmal verschätzt man sich, und die Zierfische werden viel größer, als das Aquarium eigentlich zulassen würde. Dass sich Fische von der Größe an ihre Umgebung anpassen, ist übrigens ein Märchen - ihre inneren Organe wachsen weiter, und das kann zu üblen Deformierungen, Schmerzen und Stress führen.
Abhilfe bei einem zu kleinen Aquarium
Da gibt es nicht viel zu sagen - entweder du kaufst ein neues Aquarium, das von der Größe her passt, oder du suchst für die zu groß gewordenen Zierfische ein neues, passendes Zuhause.

Ungeeignete Aquarium Dekoration
Ungeeignete Aquarium Dekoration, die beispielsweise scharfkantig ist oder enge Spalten hat, in denen sich die Fische einklemmen können, kann zu Verletzungen oder Tod bei den Fischen führen. Verfängt sich beispielsweise ein Kampffisch oder ein anderer Labyrinthfisch, der an der Wasseroberfläche atmosphärische Luft atmet, in einer zu engen Höhle, wird er dort einfach ersticken. Steht Aquarium Wasser in Höhlen mit mangelndem Wasseraustausch, neigt es dazu, zu kippen. Das merkst du an einem fauligen oder schwefeligen Geruch, wenn du die Aquarium Dekoration herausnimmst und vorsichtig daran schnupperst. Diese Belastung mit giftigen und potentiell tödlichen Stoffen wie Schwefelwasserstoff kann zu Stress und Krankheiten bei Fischen führen und bei Garnelen beispielsweise sehr schnell sehr tödlich werden.
Abhilfe bei unpassender Aquarium Dekoration
Und ist sie noch so hübsch, ungeeignete Aquarium Dekoration muss aus dem Aquarium herausgenommen werden. Vielleicht sieht sie aber oben auf der Abdeckung oder neben dem Aquarium auch toll aus?
Wenn es gegammelt hat, hilft akut ein großer Wasserwechsel mit einem guten Wasseraufbereiter, der Giftstoffe bindet und unschädlich macht.

Mangelnde Überwachung des Aquariums
Eine lückenhafte Beobachtung der Fische und Garnelen im Aquarium kann dazu führen, dass du Probleme zu spät erkennst und eine Verschlechterung der Gesundheit deiner Aquarium Tiere verursachen.
Abhilfe bei mangelnder Überwachung des Aquariums
Du kannst den pH Wert im Aquarium mit einem pH Aquarium Messgerät überwachen und bei Schwankungen schnell eingreifen. Auch mit einem Leitwert Messgerät kannst du die Wasserqualität im Aquarium überwachen. Auch ein Wasserwerte Testkoffer kann dir helfen, die Wasserqualität zu überwachen und bei Problemen schnell einzugreifen. Auch ein regelmäßiger kritischer Blick hilft: Sind die Fische und Garnelen normal gefärbt oder blass? Bewegen sie sich lebhaft oder hektisch? Sind sie lethargisch und bewegen sich gar nicht viel? Fressen sie normal? Ist das Wasser klar oder trübe? Wachsen die Pflanzen normal? Das solltest du dich mindestens einmal in der Woche fragen. Wenn diese Fragen jedes Mal zu deiner Zufriedenheit beantwortet sind, kannst du davon ausgehen, dass es deinen Fischen und Wirbellosen im Aquarium gut geht.
