Alles rund um den Wasserwechsel im Aquarium 2 - der XXL Blog in zwei Teilen
Inhaltsverzeichnis
- Wasser wechseln - aber wie?
- Wie lasse ich das Wasser am besten aus dem Aquarium ab?
- Wie entferne ich beim Absaugen gleich auch noch Mulm, Futterreste und Schmutz?
- Andere Reinigungsarbeiten während des Wasserwechsels
- Wie befülle ich das Aquarium am praktischsten mit Frischwasser
- Wie mache ich den Wasserwechsel angenehm für meine Aquarium Tiere?
Hier liest du Teil 2 unseres großen Wasserwechselblogs - zu Teil 1 geht es hier entlang: Wasserwechselblog XXL, Teil 1.
Wasser wechseln - aber wie?
In der Folge stellen wir die praxistauglichsten und schonendsten Methoden vor, wie du Wasser in deinem Aquarium wechseln kannst.

Das Wasser aus dem Aquarium ablassen
Obwohl der Wasserwechsel mehr oder weniger individuell gehandhabt werden muss - schon alleine wegen der örtlichen Gegebenheiten -, gibt es doch einige allgemeine Tipps, die dir als Aquarianer das Leben leichter machen. Hier stellen wir gängige Methoden vor, die zudem einfach in der Handhabung sind.
- Mit einem Becher Wasser abschöpfen: Nur sinnvoll in kleinen Aquarien! Und wir empfehlen einen durchsichtigen Becher wie den JBL Fischfangbecher. Nur so kannst du wirklich sicher sein, dass keine neugierige Garnele und kein naseweiser Fisch den Wasserwechsel für einen Ausflug nutzen.
Wenn du das Wasser nach dem Abschöpfen in einen durchsichtigen Eimer gießt, bist du auf der sicheren Seite, dass du nicht aus Versehen eine kleine Garnele oder einen Fisch wegschüttest.
Nachteile: Bei vielen Aquarien oder einem großen Becken ist die Methode nervig und zeitaufwändig. Außerdem macht sie es dir unmöglich, Mulm oder Pflanzenreste abzusaugen. Zudem muss man nach einem Wasserwechsel durch Abschöpfen in der Regel ziemlich viele Pfützen und Wasserspuren wegputzen, ein Handtuch ist dafür ein sehr nützliches Hilfsmittel!

- Mit einem Schlauch Wasser absaugen: Bei dieser Methode saugst du das Wasser mit Hilfe eines Aquarium Schlauches aus dem Aquarium in deinen Wasserwechsel Eimer. Dieser Eimer steht unterhalb des Aquariums, sodass das Wasser durch die Schwerkraft durch den Schlauch fließt. Den Schlauch hängst du entweder einfach über den Rand deines Aquariums, oder du verwendest eine Schlauchhalterung, die über die Aquarium Scheibe gehängt wird und das Abknicken des Schlauchs verhindert.

Dadurch stellst du einen gleichmäßig starken Wasserfluss aus dem Aquarium in den Wasserwechsel Eimer sicher. Wenn dein Aquarium so nah an Küche, Waschraum oder Badezimmer steht, dass der Schlauch reicht, kannst du das Wasser natürlich anstatt in einen Eimer auch direkt ins Waschbecken oder in die Badewanne laufen lassen.
Um sicherzustellen, dass keine Fische oder Garnelen angesaugt beziehungsweise weggesaugt werden, schaust du beim Absaugen genau hin und verwendest wieder einen durchsichtigen Eimer. Lässt du das Wasser direkt ins Waschbecken oder in die Badewanne laufen, schließe den Abfluss. Achte darauf, dass nichts überlaufen kann! Willst du lediglich Wasser absaugen und keinen Mulm oder anderen Schmutz aus dem Aquarium entfernen, kannst du auch ein Stück Nylonstrumpf über das Schlauchende im Aquarium binden.
Nachteile: Mit einem durch Nylonstrumpf gesicherten Schlauch kannst du nicht wirklich gut Schmutz absaugen. Beim Ansaugen haben schon viele Aquarianer einen kräftigen Schluck Aquarium Wasser abbekommen - nicht so richtig cool, weil sich im Aquarium ziemlich hässliche Keime tummeln können. Wer den berüchtigten Schluck Aquarium Wasser vermeiden will, versenkt daher einfach den gesamten Schlauch im Aquarium, stellt sicher, dass sämtliche Luft daraus entwichen ist, hält ein Schlauchende feste mit dem Daumen zu und hängt dieses Schlauchende in den Eimer. Nicht zu früh loslassen, sonst funktioniert es nicht!
- Schlauch mit Pumpe: Ein Aquarium Schlauch mit einer integrierten Handpumpe macht das Ansaugen viel, viel einfacher und sauberer. Du sparst dir das Risiko, einen Schluck Aquarium Wasser zu nehmen, und du musst auch nicht mit Daumen und Schlauch jonglieren. Mit der Pumpe geht's deutlich schneller!

- Elektrische Pumpe mit Wasserschlauch: Eine elektrische Strömungspumpe hilft dir beim Ablassen des Wassers - vor allem spannend bei Aquarien in Bodennähe, bei denen du kein Gefälle mit dem Schlauch hinbekommst, oder bei großen Wassermengen. Wenn du einen Filter mit Wasserrohr als Auslass hast (wie den Aquael Turbo, einen Außenfilter mit einem entsprechenden Wasserauslass, auf den dein Schlauch passt, oder einen Schwammfilter hast, kannst du den Schlauch für den Wasserwechsel natürlich auch direkt am Filterauslass anschließen. So sparst du dir die zusätzliche Pumpe.
Nachteil: Wenn du deinen Filter zum Wasserwechsel verwendest, solltest du ihn niemals unbeaufsichtigt laufen lassen, damit der Mindestwasserstand im Aquarium nicht unterschritten wird. Die Gefahr, dass der Filter beim Trockenlaufen unwiderruflich beschädigt wird, ist ansonsten leider groß.
Bei einem Wasserwechsel mit elektrischer Unterstützung kannst du immer nur Wasser wechseln und keinen Mulm und anderen Schmutz vom Boden absaugen.
Wie entferne ich beim Absaugen gleich auch noch Mulm, Futterreste und Schmutz?
Wenn du nicht nur Wasser absaugen und auffüllen möchtest, sondern deinen Wasserwechsel auch gleich dazu nutzen willst, Mulm abzusaugen und deinen Aquarium Kies oder Aquarium Sand zu reinigen, empfehlen wir dir die Verwendung eines Mulmsauger Aufsatzes für deinen Wasserwechsel Schlauch oder gleich die Verwendung eines Mulmsaugers. Mit der Glocke des Mulmentferners fürs Aquarium fährst du tief in den Bodengrund, und durch den Sog des abgesaugten Wassers ziehst du gleichzeitig allen Mulm und Dreck aus dem Boden. Dadurch beugst du Faulstellen vor und stellst sicher, dass in den Bodengrund eingesickerte Futterreste oder auch tote Pflanzenreste nicht gammeln können. Insbesondere am Futterplatz im Aquarium solltest du beim Wasserwechsel immer auch die Mulmglocke zum Einsatz bringen.

Andere Reinigungsarbeiten während des Wasserwechsels
Herumliegende größere Pflanzenreste entfernst du während des Wasserwechsels mit einem Kescher, ebenso größere Futterreste. Verrutschte Steine oder Wurzeln stellst du von Hand zurück, zu stark wuchernde Pflanzen kürzt du mit einer Pflanzenschere ein. Mit dem Scheibenreiniger putzt du dann noch den Belag von den Scheiben und saugst die Wolke dann mit dem Wasserwechsel Schlauch gleich weg. Auch kleinere Pflanzenteile kannst du nach dem Rückschnitt beim Wasser Ablassen direkt aus dem Aquarium wegsaugen.

Wie befülle ich das Aquarium am praktischsten mit Frischwasser?
Hier zeigen wir dir praxistaugliche Methoden und geben Tipps, wie du dein Aquarium nach dem Absaugen möglichst stressfrei für Tier und Mensch wieder mit Frischwasser befüllen kannst.
Achte beim Einfüllen vor allem darauf, dass der Wasserstrahl nicht zu stark ist - so dass Fische oder Wirbellose, die in den Strahl schwimmen, nicht verletzt werden, und dass auch der Bodengrund deines Aquariums nicht aufgewühlt wird. Befüllst du mit einer Gießkanne, nutze eine Tülle oder einen Gießaufsatz mit vielen feinen Löchern, die den Wasserstrahl brechen und feiner machen. Befüllst du aus einem Schlauch, dreh den Aufsatz so, dass das Wasser ebenfalls feiner verteilt wird, oder nutze gleich einen Brause Aufsatz. Nutzt du einen Eimer oder Kanister, gieße das frische Wasser langsam und vorsichtig in dein Aquarium und halte eventuell die Hand (gewaschen, abgespült, nicht eingecremt) darunter, um den Wasserstrahl etwas zu brechen - oder lege einen kleinen Teller ins Aquarium und gieße das Wasser darauf.

Achte darauf, dass das Frischwasser ungefähr dieselbe Wasser Härte besitzt wie dein Aquarium Wasser. Zu hartes wie auch zu weiches frisches Wasser kann zu starken Schwankungen bei den Wasserwerten im Aquarium führen und deine Aquarium Tiere über die Maßen stressen und letzten Endes auch krank machen.
Wichtig ist auch, dass das Frischwasser ungefähr dieselbe Temperatur hat wie das Aquarium - ein Unterschied von maximal 2-3 °C ist akzeptabel. Vor allem im Winter kommt Kaltwasser wirklich kalt aus der Leitung und sorgt dann für heftige Temperatursprünge. Das kann akut zur Gasblasenkrankheit bei Fischen und Garnelen führen, zu Schockhäutungen bei Garnelen und Krebsen und langfristig noch zu weiteren Problemen, die wir in Teil 1 unseres großen Wasserwechsel XXL Blogs beschreiben: "Mögliche Probleme beim Wasserwechsel".
Um einen Temperatursturz beim Wasserwechsel zu vermeiden, lässt du das Frischwasser vor dem Einfüllen erst einmal einen Tag im Raum abstehen, damit es auf Temperatur kommen Verwendest du einen Aquarium Heizer, geht es schneller, das Wasser auf Temperatur zu bringen. Weil Tauchsieder oft eine Kupferspirale haben, solltest du diesen nicht verwenden, damit sich nichts im Wasser löst, was für deine Fische, Garnelen und anderen Aquarium Tiere gefährlich sein könnte. Von der Verwendung von Warmwasser raten wir insbesondere in Häusern mit Kupferleitungen eher ab. In warmem Wasser löst sich Kupfer sehr viel besser als in kaltem!

Das bringt uns gleich zum nächsten Punkt. Lebst du in einem Haus mit Wasserleitungen aus Kupfer, ist es möglich, dass sich Kupfer im Wasser löst. Auch Durchlauferhitzer mit Heizelementen aus Kupfer geben Kupfer ans Leitungswasser ab. Willst du Leitungswasser aus der Warmwasserleitung für deinen Wasserwechsel verwenden, lass es auf jeden Fall gut ablaufen, damit das in den in den Leitungen stehende Wasser weg ist, in dem sich potentiell Kupfer gelöst haben könnte. Ein guter Trick: verwende warmes Leitungswasser direkt nach dem Duschen, die Leitungen sind dann bereits gut gespült.
Nun zu den gängigen Methoden für das Wassereinfüllen ins Aquarium beim Wasserwechsel:
- Per Eimer oder Kanister: Direkt aus dem Eimer oder Kanister kannst du natürlich das Wasser gut ins Aquarium einfüllen. Diese Methode eignet sich sowohl für Leitungswasser als auch für Osmosewasser, Wasser aus dem Vollentsalzer oder für destilliertes Wasser aus dem Baumarkt!
Im Eimer beziehungsweise Kanister kannst du auch gleich noch nötige Aufbereitungsmittel ins Wasser rühren - Aufhärtesalz, Wasseraufbereiter, Huminstoffe ... alles, was das Leben für deine Fische und Wirbellosen im Aquarium leichter macht. Bitte beachte, dass du das Wasser langsam ins Aquarium einlaufen lässt, wie weiter oben bereits beschrieben! - Mit der Gießkanne: Auch in einer Gießkanne kannst du das Wasser prima aufbereiten - ebenfalls geeignet für Leitungswasser, Osmosewasser, Wasser aus dem Vollentsalzer oder destilliertes Wasser. Ist die Gießkanne mit einer Rosette oder Lochtülle ausgestattet, lässt sich das Wasser besonders sanft ins Aquarium einfüllen.
- Mit dem Wasserschlauch: Hast du die Möglichkeit, einen Gardena Anschluss (oder einen vergleichbaren Anschluss anderer Marken) auf deinen Wasserhahn zu schrauben, bist du fein raus, wenn du dein Aquarium mit Leitungswasser ohne weitere Aufbereitung befüllen möchtest.
Nachteil: Wenn man das Befüllen per Schlauch nicht gut überwacht, produziert man unter Umständen eine sehr gründliche Überschwemmung.
Abhilfe schafft ein Wasserwächter, den du ins Aquarium hängst und der Alarm schlägt, wenn das Wasser einen bestimmten Füllstand überschreitet.
Wie mache ich den Wasserwechsel angenehm für meine Aquarium Tiere?
Den Wasserwechsel kannst du durch die oben beschriebenen Maßnahmen angenehmer für deine Aquarium Tiere machen:
- angepasstes Wasser (Temperatur, Wasserhärte)
- Eher langsames Befüllen
- Kein harter Strahl
Ein weiteres Mittel, das deinen Tieren beim Wasserwechsel Stress nehmen kann, sind Huminstoffe. Huminstoffe machen das Wasser im Aquarium fischgerecht und garnelenfreundlich. In allen natürlichen Gewässern kommen Huminstoffe vor und sorgen dort für Entgiftung, einen tierfreundlichen pH Wert, eine schleimhautschützende Wirkung und hemmen sogar das Wachstum schädlicher Bakterien.

Auch die Verwendung eines Wasseraufbereiters ist vor allem bei der Verwendung von Leitungswasser ratsam, um mögliche Giftstoffe wie Kupfer, andere Schwermetalle, Chlor und andere unliebsame Beimischungen im Leitungswasser zu entfernen.








